Montag, 11. November 2013

Rezension: Ich und Earl und das sterbende Mädchen von Jesse Andrews

ich und Earl und das sterbende Mädchen


von Jesse Andrews                                    

Originaltitel:Super Snowbright
Verlag: Heyne
Seiten: 304
Preis: 14,99€
Einzelband
Bewertung: ♥♥♥♥♥ 
Will ich kaufen!


Klappentext
Ein Junge, der Filme dreht. Ein Mädchen, das stirbt. Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt

Was Greg mag: sich in der Schule so unauffällig zu verhalten, dass er nahezu unsichtbar wird. Gelegentlich mit seinem Freund Earl einen Film zu drehen. Seine Ruhe. Was er nicht mag: die Idee seiner Mutter, der todkranken Rachel beizustehen. Womit er nicht gerechnet hat: Rachel selbst, die keinen braucht, der sie bemitleidet, und die ihre ganz eigene Vorstellung von jenen Tagen hat, die ihre letzten sein könnten …
Die Taktik des siebzehnjährigen Greg ist ganz klar: Sich möglichst aus allem raushalten, so übersteht man die Highschool-Jahre am besten, ohne in irgendeiner unliebsamen Clique zu stranden. Einzig mit dem zynischen Earl ist Greg befreundet – wobei »befreundet« es nicht ganz trifft. Earl und er haben vielmehr ein gemeinsames Projekt. Sie drehen Filme, in denen sie den Klassikern der Filmgeschichte nacheifern. Als Gregs Sandkastenfreundin Rachel an Leukämie erkrankt und Greg sich »um sie kümmern« soll, sieht er nur eine Chance, dem Auftrag nachzukommen und gleichzeitig seinen Prinzipien treu zu bleiben: Greg und Earl drehen einen Film für Rachel. Und irgendwann währenddessen kommt Greg dann doch aus der sicheren Distanz hinter der Kamera hervor und nimmt von Rachel Abschied … [QUELLE]


Meinungsgeschwätz

Als ich dieses Buch in den Händen hielt war ich sehr gespannt auf ein berührendes Krebsbuch. einfach auf eine Geschichte die mich richtig mit sich mitreißt und mich zum weinen bringt.
Das dem aber nicht so ist, wird gleich im ersten Kapitel vom Protagonist Greg klar gestellt.
Er sagt immer wieder und wieder, dass dieses Buch keine Gefühlsschnulze ist in der sich der Krebserkrankte kurz bevor er stirbt verliebt und nochmal richtig das Leben genießt, was einen aber dann zum weinen bringt weil sie oder er so wenig Zeit hatte. Oder auch keine dieser Geschichten in denen sich der Krebs am Ende von selbst verzieht und alle zusammen glücklich die Straße runter tanzen wie in einem Musical.
Ich dachte mir "Gut, kann ich mich mit anfreunden. Wird bestimmt mal was anderes, mal sehen was auf mich zu kommen wird."

Denkste. Mein anfänglicher Optimismus löste sich nämlich ganz schnell in Luft auf,segelte davon und hinterließ nur meine bissige Genervtheit.



Als erstes sei mal gesagt, dass es sich hier um einen erzählenden Schreibstil handelt. Nicht Jesse, sondern Greg ist der Autor dieses Romans und erzählt dem Leser von, hm, ich weiß es nicht wovon er erzählt. Für mich hat es irgendwie erst zum Ende einen Sinn gemacht wozu dieses Buch da ist, aber das will ich natürlich nicht verraten. Greg spricht die ganzen 300 Seiten über zum Leser, es ist also mehr ein Gespräch zwischen dir und dem protagonisten, statt einer Geschichte. Das ist höchstwahrscheinlich nicht für Jedermann was, aber ich hab mich daran angepasst - zum anfreunden hat es nicht gereicht.

Irgendwo hat Ich und Earl und das sterbende Mädchen wohl auch einen tiefgründigere Bedeutung, aber ich hab sie echt nicht gefunden. Dafür fand ich diese 300 Seiten Buchstaben echt zu beschissen - um es mit Gregs Lieblingswort zu beschreiben.

Die Handlung kam nie in fahrt und oft genug kam es mir auch so vor als gäbe es noch nicht mal eine Richtige. Ich hatte vom Klappentext erwartet, dass Greg und sein Kumpel einen wunderbaren Film über die sterbende Rachel drehen und der Autor den Leser zu den Dreharbeiten entführt und ich live dabei sein kann und alles, da habe ich aber mächtig daneben gegriffen. In der ersten Hälfte des Buches befasst sich Greg noch ausführlich mit seinem - wie er es so oft sagen muss - beschissenem Leben. Beschissen ist es auch alle male, denn sozial geht da überhaupt nix. Seine ultimative Taktik ist sich bei allen Cliquen einzuschleimen aber immer distanziert zu sein um nicht eine andere Clique auf sich zu hetzen. Er hat keine Freunde scheint aber gut damit klar zu kommen, was bei mir auf völlige Verständnislosigkeit trifft. Einzig mit Earl hängt er ab, aber auch nur wegen ihrer Filmleidenschaft.
Nachdem ich die Hälfte geschafft habe, kam es mir so vor als würde sich die Handlung nur noch im Kreis drehen. Erst nach einem weiteren viertel Stück des auf-der-Stelle-Laufens kam Greg auf die Idee mit dem Film, wobei genötigt es eher trifft.

Zu Gregs Person. Er ist nicht wie der typische attraktive Romanheld, was ich eigentlich annahm. Genau genommen ist er das exakte Gegenteil davon, das überraschte mich und ich fand es spitze endlich auch mal die Geschichte über einen unattraktiven Jungen zu lesen, denn sowas hat ,man nicht alle Tage. Aber das ist leider nicht das einzige was an Greg Gegenteilig ist. Ich wurde ncht warm mit ihm und zum Ende hin war ich mächtig angepisst von ihm.

Dauernd muss er erwähnen wie scheiße er doch ist, wie beschissen sein Leben ist, dann nochmal was für einen beschissenen Charakter er doch hat und schließlich wie hässlich er aussieht. Es verging ehrlich kein kapitel ohne dass er eines davon mehrmals beteuerte. nach kurzer Zeit hatte ich schon die Schnauze voll davon. Seine ganzen Selbstzweifel- ach quatsch, streicht das. Das sind keine Zweifel, er ist felsenfest davon überzeugt, dass er scheiße ist. Charaktere die sich dauernd sowas einreden kann ich überhaupt nicht riechen, weil sie immer irgendwie einen negativen Einfluss auf mich haben. Außerdem fand ich Greg dann auch irgendwann genauso scheiße wie er sich. Das ging mir alles ziemlich an die Nerven und hat das mir das gesamte Buch versaut. Dadurch viel ein großer Schatten auf alles andere was mir vielleicht gefallen hätte, und dadurch kam es nicht zum sprießen.
Jedenfalls hatte ich irgendwann schließlich ein fettes, verschwitztes, verrotztes, unhygienisches, rattenähnliches Bild von Greg im Kopf, weil dauernd immer wieder solche Wörter in die Luft geworfen wurden. Außerdem ist er ein meister im sich selbst anlügen und überspielen von Gefühlen. Er tut so als würde es ihm nicht das geringste jucken das Rachel vor sich hin stirbt aber eigentlich geht es ihm schon ziemlich nah, was er erst später zugeben kann.

Fazit

Ich und Earl und das sterbende Mädchen handelt im Grunde nicht vom Krebs und einem sterbendem Mädchen oder einer tragischen Lovestory, sondern eher von einem jammerndem Typen für den unerschütterlich feststeht das er beschissen ist und der das dem Leser dauernd ins Gedächtnis rufen muss. Das alles wurde in einen sehr vulgären erzählenden Schreibstil gepackt und zwischen zwei Buchdeckel geklemmt. Das war meine Meinung, aber am besten macht ihr euch selbst eine dazu. Ich bin mit viel Optimismus an die Sache ran gegangen aber unterhaltsam fand ich das Buch dann doch nicht. Für mich war diese Geschichte einfach nix.

ich vergebe leider nur 1 Punkt

trotzdem herzlichen Dank für das Leseexemplar an





Kommentare:

  1. Dabei wollte ich es noch lesen. :o So begeisterte Meinungen gibts eh nicht dazu aber ich wollte es ja doch ausprobieren, außerdem ist das Cover schön ... ^.^

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    1. Ja, wegen dem Cover wollte ich es auch lesen :D
      Naja vielleicht gefällt es dir ja besser als mir, ein versuch ist es bestimmt Wert!

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  2. Ich habe es auch gestern fertig gelesen, meiner Erwartungen wurden sehr enttäuscht.
    Der Klappentext und die Aufmachung (auch Innen) finde ich sehr gelungen, auch der Schreibstil hat mich fasziniert.
    Aber mit Greg kam ich immer weniger klar und um Rachel ging es mir viel zu wenig, was ich sehr schade finde.

    Liebe Grüße
    Rubin:)

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  3. Schade das dich das Buch nicht überzeugen konnte. Ich fand es eigentlich sehr gelungen! Besonders der Schreibstil konnte bei mir viel herausholen, obwohl er manchmal etwas gepresst und gewollt wirkte.

    Tolle Rezension! (:
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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Haaaallöchen!
Schön das du mir einen Kommentar hinterlassen möchtest! Ich freue mich über jeden einzelnen und versuche so schnell es geht zu antworten! :)

Liebe Grüße
Jessi